Mütze Ingelheim

Mütter- und Familienzentrum Ingelheim e.V.

 

Offener Brief an die

Bildungsministerin und

Ministerpräsidentin                                                                                              Ingelheim, 4. Juni 2020

 

Verheizen der Kita-Träger

Sehr geehrte Ministerpräsidentin Dreyer,

sehr geehrte Bildungsministerin Hubig,

 

als kleiner Träger einer Kindertagesstätte wenden wir uns nun in diesem offenen Brief an Sie.

Bereits zu Beginn der „Corona-Krise“ haben wir Sie beide angeschrieben und um Unterstützung gebeten.

Wir können durchaus nachvollziehen, dass Sie beide aktuell wirklich viel zu tun haben und auch für Sie nichts ist, wie es mal war. Auch Sie können nicht auf gewohnte und bewährte Mechanismen zurückgreifen. Auch Sie müssen das Rad gerade jeden Tag neu erfinden. Dafür haben wir großes Verständnis und möchten Ihnen versichern, dass wir absoluten Respekt vor Ihnen und Ihren Aufgaben haben.

Unsere Verzweiflung lässt allerdings nicht nach, sodass wir uns gezwungen sehen, Sie auf diese Weise zu kontaktieren.

Wir sind einer der wenigen freien Kita-Träger in Rheinland-Pfalz. Vor rund 14 Jahren haben wir als Mütterzentrum eine Schüler*innen-Betreuung in unser Portfolio aufgenommen. Damals wie heute war der Bedarf an Betreuungsplätzen sehr hoch und konnte nicht gedeckt werden. Schnell wurden wir gebeten, die Betreuung auszuweiten und auch Kindergartenplätze anzubieten.

Diese Herausforderung haben wir sehr gerne angenommen, denn die Kleinkindbetreuung fehlte unserem Familienzentrum noch.

Was uns schon damals völlig unverständlich war, ist die Tatsache, dass ein Träger, der einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz erfüllt, eigene Mittel, eigenes Geld mitbringen muss, um eine Kita betreiben zu dürfen. Uns wurde damals zugesichert, dass das überholte Kitagesetz überarbeitet wird und sich die Situation für die Träger verbessern wird. Jetzt, wo das neue Kita-Gesetz da ist, sehen wir keine Verbesserungen der finanziellen Lage. Stattdessen wird der Status Quo zementiert.

Aber darum geht es in diesem Schreiben jedoch gar nicht, sollte aber unbedingt Erwähnung finden, da es den meisten Menschen nicht bekannt sein dürfte. Nun zurück zur Krise, die die kleinen Träger durch die finanzielle Lage noch deutlich heftiger trifft als große Träger oder Kommunen.

Aktuell wird von uns die „Quadratur des Kreises“ erwartet, sogar verlangt! Die Politik verspricht den Familien etwas, das wir einhalten sollen. Wir sollen

  • allen Kindern ein pädagogisches Angebot machen
  • alle Betreuungsbedarfe decken
  • konstante Gruppen bilden
  • mögliche Infektionen weitestgehend ausschließen
  • mögliche Infektionsketten nachweisen
  • mit „nicht Fachkräften“ die Gruppen betreuen, weil alle wissen, dass nicht genügend Fachkräfte zur Verfügung stehen
    Hier wird das Bild „Kinderbetreuung kann doch jeder“ wieder gestärkt, der Berufsstand der Erzieher*in diffamiert
  • die Hauswirtschaftskräfte zu mehr Arbeit motivieren – der Kreis will jedoch seinen Anteil nicht zahlen
  • Risikogruppen nicht im Kinderdienst einsetzen
  • die gegebenen Räumlichkeiten und Kapazitäten berücksichtigen
  • Eltern dazu auffordern, unseren Hygienevorkehrungen Folge zu leisten, wenn wir ihnen gleichzeitig sagen müssen, dass wir aktuell keine individuellen Lösungen stricken können – auch wenn die Politik diese verspricht
  • die Eingewöhnung neu konzeptionieren und strukturieren
  • den Kindern und Mitarbeiter*innen eine gute Zeit in der Kita gestalten

Für uns fühlt es sich so an, als sei es Ziel, die kleinen Träger endlich aus der Landschaft der Kita-Träger in Rheinland-Pfalz zu verbannen, als sollte die Erziehung und die frühkindliche Bildung allein den Kommunen und Kirchen überlassen werden. Wir nehmen wahr, dass wir mit unseren – in Augen der großen Träger – „kleinen Problemen“ stören, da wir „eh nur eine Randgruppe an Elternschaft“ bedienen. Wir arbeiten anders als die „Großen“ und haben öfter individuelle Lösungen, die im Mainstream nicht enthalten sind. Das ist es, was Vielfalt auszeichnet.

Wenn es also immer noch Ihr Ziel ist, diese Individualität durch die Trägervielfalt beizubehalten, sogar noch auszubauen und zu stärken, weil nur eine Trägervielfalt das Wunsch- und Wahlrecht der Familien erfüllen kann, weil nur eine Trägervielfalt dafür Sorge tragen kann, dass eine mögliche wie auch immer geartete totalitäre Regierung, die Kinder nicht für ihre Zwecke missbrauchen kann, dann müssen Sie jetzt handeln!

Die kleinen Träger brauchen Ihre volle Unterstützung!!  Nur wenn Sie uns unterstützen, können wir die Familien unterstützen! Wenn Sie von uns erwarten, dass wir Ihre Versprechungen erfüllen, dann brauchen auch wir verlässliche Versprechungen und Zusagen von Ihnen.

Wir alle erledigen unsere Arbeit gerne. Wir haben einen Auftrag, der uns sehr wichtig ist, den wir gerne erfüllen. Jedoch muss es auch uns gut gehen, damit wir gut für andere sorgen können.

Den kleinen Trägern geht es schon lange nicht mehr gut! Genau das zeigt sich gerade noch viel deutlicher als bisher. Jetzt sind wir alle an unsere Grenzen geraten. Die Situation ist für uns alle neu und unüberschaubar. Auch wir sind Eltern und haben Sorgen und Nöte. Auch wir können nicht auf bewährte Mechanismen zurückgreifen. Das Team ist stark ausgedünnt. Die Belastungen steigen. Die Erwartungen, die von den Eltern an die Einrichtungen herangetragen werden, werden immer größer und von der Politik befördert.

Bedenken Sie bitte, dass die große Verantwortung gepaart mit der Unsicherheit, wie die Zukunft der kleinen, individuellen Einrichtungen aussieht, eine sehr große Belastung für den Träger und das Personal darstellt. Wir kleinen, freien Träger leiden alle unter einem großen Druck und Menschen unter Druck können Kindern kein gutes Vorbild sein. Menschen unter Druck, Menschen in Unsicherheit machen Fehler und wir alle wollen nicht, dass Fehler zu Lasten der Kinder passieren.

Nehmen Sie den Druck weg, in dem Sie einem klaren Ja zu freien kleinen Trägern auch Taten folgen lassen.

 

Herzliche Grüße

Mütter- & FamilienZentrum e.V.

Angela Sgro

Geschäftsführung

 

 

 


Leider können wir aktuell noch nicht absehen, ab wann es möglich sein wird den Kursbetrieb wieder aufzunehmen oder unser Café für die offenen Treffs zu öffnen.

Bitte haben Sie noch Geduld!

Mehrweg-Mund-Nasen-Masken –

eine gemeinsame Aktion von MütZe, MGH und der Katholischen Kirche Ingelheim:

Hier finden Sie das Schnittmuster auch als pdf .

Beachten Sie bitte die Pflegehinweise und geben Sie diese unbedingt mit den genähten Masken weiter!

Sie können oder möchten nicht selber nähen, dann bekommen Sie auch fertige Masken bei MütZe. Unterstützen Sie dann bitte das ehrenamtliche Projekt mit einer Spende:

Mütter- und FamilienZentrum Ingelheim e.V.
Mainzer Volksbank eG,
IBAN: DE40 5519 0000 0378 0950 12,
BIC: MVBMDE55


Plauder-Telefon

Allein zu Hause? Niemand da, einfach nur zum plaudern?

Dann rufen Sie jetzt an. „Bei Anruf Gerti“ ist das Plauder-Telefon der MütZe. Unser Angebot für ältere Menschen in und um Ingelheim, die im Moment niemanden zum reden haben – unter 0178 5130563 erreichen Sie Gerti. Sie muss aufgrund der aktuellen Lage, ebenfalls zuhause bleiben und freut sich auch auf nette Gespräche.

 

 


Aktuelle Informationen zum Coronavirus und Kursbetrieb im MütZe e.V.

Liebe Nutzer*innen & Teilnehmer*innen von MütZe,

aufgrund der aktuellen Lage und den vorliegenden Handlungsempfehlungen haben wir uns entschlossen jetzt aktiv die Eindämmung des Virus zu unterstützen. Aus diesem Grund sagen wir ab sofort alle Kurse, Vorträge und offenen Treffs bis auf weiteres ab.

Hiervon betroffen sind ALLE Veranstaltungen, auch die Ferienbetreuung, das Elternfrühstück, Lesungen, etc.

Wir bitten um Ihr Verständnis.

Herzliche Grüße

Mütter- & FamilienZentrum e.V.


 

 Aktuell haben wir freie Stellen in der KiTa zu besetzen:

 


AFTER WORK BASAR – zu schade für die Tonne

Neuer Termin im Oktober!

Gleich wegschmeißen war gestern

Haben Sie einen vollen Kleiderschrank und wollen nicht gleich alles in den Kleidersack geben? Sie haben keine Lust, die Sachen über Internet an die Frau zu bringen?

Dann wäre der nächste After Work Basar in der MütZe vielleicht etwas für Sie.

Am Freitag, den 23.Oktober können Sie von 19:30 bis 22:00 Uhr in entspannter Atmosphäre bei Sekt und Fingerfood stöbern und sich an neue Outfits wagen…

Ein Stand von 90 x 90 cm kostet 6,00 EUR Teilnahmegebühr, 140 cm auf 70 cm kostet 10,00 EUR. Pro Verkaufsstand dürfen Sie eine Kleiderstange mitbringen.

Unser Kleiderbasar ist für die erwachsene Frau. Bitte bringen Sie nur Kleider ab Größe 34 mit.

Zum Thema Nachhaltigkeit wird es einen Workshop rund um Bienenwachstücher mit Verona Eifinger von „Schönes Werk“ aus Gau Algesheim geben.  Julia Kehrer von „Fräulein Wunderstoff“ in Ingelheim bringt Ideen zum Upcycling und Selbstgenähtem mit.